Mittwoch, 15. Januar 2014

Reparaturbericht UM8810-PAIO

Ich habe heute mal wieder meinen Teil gegen die Wegwerfgesellschaft beigetragen.

Es geht um folgendes Board. Auf dem Bild ist der Dallas schon von mir "modernisiert" und ein anderer BIOS Chip installiert. Verkauft wurde das Board als defekt. Ich habs quasi als die "Katze im Sack" bei Ebay für nen kleinen Preis mitgenommen. Wenns denn klappt, dachte ich mir, ist dieses Board das schönere UM8810. Immerhin braucht es kein VRM Modul wie die späteren Revisions.

Als das Board heute eintraf, musste ich feststellen, dass es wohl mal aus den üblichen Schrott Auktionen stammte. Es kann auch sein, dass es auch einfach nur "hart" gelagert wurde. Auf der Unterseite waren augenscheinlich 3 Leiterbahnen defekt, welche ich schnell repariert habe. Hier und da noch mit dem Glasfaserpinsel Bröckel-Lötstopplack entfernt, um zu sehen, dass die restlichen Leiterbahnen in Ordnung sind.

Als nächstes die CPU gejumpert. Für erste Tests nehme ich immer einen Intel DX2-66 mit 5.0V. Die CPU geht in jedem Board und ich bin nicht auf einen funktionierenden Vcore Regler angewiesen.

Das UM8810 hat in fast allen Revisions im Gegensatz zum Rest der damaligen Welt ein Phoenix BIOS. Für mich ein Glücksfall, da es mich direkt auf die Problemlösung durch seine POST-Codes führte.

Der Speaker trötet mit jedem Rest "1-2-2-3" nach Phoenix - Notation. Laut Tabelle ein BIOS CRC Fehler. Also BIOS neu flashen.... aber gleicher Fehler hmmmpf. Ich habe dann erstmal den Line Transceiver vom BIOS ausgelötet und auf Funktion getestet. Ebenso das Keyboard BIOS getauscht und schlussendlich den Dallas gemodded. Das Board wollte immer noch nicht booten.

Das nächste Geschütz wurde aufgefahren: ich habe mit dem Oszilloskop alle Adress- und Datenleitungen am BIOS abgelauscht, um festzustellen, dass da auf D0...D7 und A0...A15 ordentlich Betrieb ist. A16 dagegen floatete fröhlich vor sich hin. Das war mir so verdächtig, da das BIOS definitv Inhalt in seinem oberen Speicherbereich hat, dass ich der Sache auf den Grund bin. Ich habe dann die A16 Leitung durchgeklingelt, jedoch kein Ziel am UMC Chipsatz gefunden. Zwischen A16 am BIOS und den unteren 2 ISA Slots war jedoch Verbindung (das BIOS hängt am ISA Bus). Ich habe dann also zwischen den ISA Slots die A16 Leitung untersucht und festgestellt, dass zwischen den beiden oberen Slots was Faul war...

Und mein Tagesziel war erfüllt  :keen: Man sieht, wie schön die A16 Leitung eingekerbt und unterbrochen ist (da wo "RP4" steht):

Keine Ahnung, wie man das schafft... aber man hat es offensichtlich geschafft. Der schnellste Fix war einfach eine Brücke auf der Rückseite:

Und Tada, das Board bootet und scheint auf den ersten Test funktional. Zum Glück habe ich jetzt 2 Wochen Urlaubt  :-)

Danke fürs Lesen!

VG
Franz

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